Auf dem Rasen kniend, in der einen behandschuhten Hand eine Blumenkelle, in der anderen eine Blumenknolle, schluchzte Bobby hemmungslos und wischte sich ungeniert mit dem ganzen Arm über das Gesicht. Über ihre In-Ear-Kopfhörer lief das Hörspiel Anne auf Green Gables. Und egal wie oft Bobby die Geschichte schon gehört, gelesen oder im Fernsehen angeguckt hatte, sie heulte bei jedem Kapitel wie ein Schlosshund.
Bobby empfand es als unheimlich befreiend, über die Probleme anderer zu weinen. In Kombination mit Gärtnern; seelisches Aufräumen pur!
“Oh Anne!”, rief sie theatralisch aus und buddelte eifrig das nächste Loch in den Rasen, während ihr eine dicke Träne über die Wange roll. Die Knolle verschwand in der Tiefe und Bobby verschloss wieder die Lücke im Rasen.
Sie griff gerade nach der nächsten Blume, als sich wie aus dem Nichts eine schwere Hand auf ihre Schulter legte und sie herum riss. Bobby, die eben noch in der Hocke saß, verlor durch den überraschenden Schwung das Gleichgewicht und plumpste auf ihren Hintern. Ihr stockte der Atem und mit weit aufgerissenen Augen sah sie zum Übeltäter auf, der sich über sie beugte. Zur Gegenwehr hob sie die Blumenschaufel und fuchtelte so wild damit vor seinem Gesicht herum, dass dieser erschrocken zurückwich und selbst für einen Augenblick ins Straucheln kam.
Wütend riss sie sich mit einer Hand ihre Kopfhörer aus den Ohren. “Geht`s noch?”, keifte sie den Fremden an, ohne die Schaufel zu senken. Dieser hob beide Hände, als hielt Bobby ihm eine geladene Schusswaffe entgegen. “Sorry, ehrlich! Ich hörte nur jemanden entsetzlich weinen und als ich dich dann auf dem Boden sah, machte ich mir total Sorgen”, entgegnete der Mann und musterte sie aufmerksam. Shit, dachte Bobby und ließ die Schaufel endlich sinken. Mit wackeligen Beinen durch das lange Knien auf dem Rasen, stand sie ebenfalls auf und zog sich die Handschuhe von den Händen, um sich etwas damenhafter als zuvor übers Gesicht zu wischen. Vermutlich war ihre Nase vom Heulen und der kühlen Luft gerötet, die Augen verquollen und auch sonst machte sie in ihrem alten Jogginganzug, der eh etwas zu klein war, garantiert nicht den besten Eindruck. Moment mal, das war ihr Garten, also fast schon Parkanlage, Grundstück. Was auch immer. Ihr Grundstück und hier konnte sie herumlaufen wie sie wollte. Was hatten die Menschen an diesem Ort nur an sich, ständig unangekündigt aufzutauchen? Trotzig sah sie zu dem Typen auf. Und nochmals: Shit! Vor Bobby stand ein wirklich attraktiver Mann. Größer als sie, bestimmt um die eins neunzig. Dunkelblonde, kurze Haare, gebräunte Haut, markante Gesichtszüge. Und auch wenn er einen lockeren, schwarzen Kapuzenpulli trug, der seine hellblauen Augen geradezu strahlen ließ, konnte Bobby die breiten Schultern und schmale Taille gut erkennen. Die Jeans betonte zu allem Überfluss vorteilhaft seine langen Beine und die Füße steckten in einer Art Schuhe, die Bobby als Holzfällerschuhe bezeichnete. Oh ja, vor ihr stand der wahrgewordene, heiße Holzfäller. Nur halt mit weniger Bart und ohne Karohemd. Irgendwie cooler.
Nervös räusperte sich Bobby, um ihre Stimme wiederzufinden. Dann sagte sie in möglichst kühlem Ton: “Und was machen Sie hier auf meinem Grundstück?” Irritiert sah er sie an und fragte mit einer wirklich angenehmen, dunklen Stimme: “Es geht dir also wirklich gut? Und hier ist nirgends noch eine Anne, die Hilfe braucht?” Bobbys Wangen wurden heiß. Das war echt peinlich. Also schluckte sie nur und nickte. Erleichtert atmete er aus. “Gott sei Dank! Als ich zu dir rannte, ging ich schon alles im Kopf durch, was ich jemals irgendwann im Erste Hilfe Kurs lernte. Dabei wurde mir erst bewusst, dass der letzte schon viel zu lange her ist.” “Na dann sollte ich wohl darauf achten, dass ich mich im echten Notfall von jemand anderem finden lasse”, sagte Bobby und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Überrascht sah er sie an. Dann grinste er zurück. Er sah unverschämt gut aus.
“Ähm, kann ich dir als Entschädigung für den Schreck einen Tee anbieten? Ich könnte durchaus eine Pause vom Gärtnern gebrauchen.”
Er stimmte zu und Bobby ließ ihn auf der Terrasse Platz nehmen, während sie in der Küche heißes Wasser aufsetzte. Den Moment bis das Wasser kochte nutzte sie aus, um sich zügig im nächstgelegenen Badezimmer frisch zu machen. Zum Glück war sie an diesem Morgen eh ungeschminkt, sodass sich nicht noch schwarze Schlieren quer über ihr Gesicht zogen. Etwas kaltes Wasser ins Gesicht, Haare neu hochgesteckt und auf dem Rückweg zur Küche nahm sie noch einen leichten, beigefarbenen Mantel von der Garderobe, um den ollen Jogginganzug zu kaschieren.
Zurück auf der Terrasse saß der junge Mann auf einem der Korbstühle und hielt entspannt sein Gesicht in die Sonne. Als er sie kommen hörte, sprang er sogleich auf und nahm ihr Gentlemanlike das Tablet mit den zwei Tassen und den übriggebliebenen Apfelkeksen vom Fest ab.
Er nahm sich einen der Kekse und biss genüsslich hinein. Dabei seufzte er: “Wie ärgerlich, dass ich dieses Jahr nicht dabei sein konnte. Meiner Meinung nach gibt es auf keinem unserer Feste besseres Essen.” “Ach, dann bist du von hier”, stellte Bobby fest. “Ja, sorry. Ich hab mich immer noch nicht vorgestellt. Mein Name ist Lars Knudsen. Ich bin der ältere der beiden Knudsensöhne. Mein Bruder Nils, den lernst du sicher auch noch kennen, ist momentan zum Studieren in Freiburg.” Bobby hätte vor Überraschung der Mund offen gestanden, hätte sie nicht gerade auf einem der Kekse gekaut. Dieser Modelltyp war der Sohn des mürrischsten Mannes, den sie je kennengelernt hatte und der lautesten, aufdringlichsten Frau? Erneut musterte sie ihn, um Ähnlichkeiten festzustellen. Nun, sein Vater war auch wirklich groß und hatte diesen intensiven Blick. Wenn es ihr bei dem auch aus ganz anderen Gründen schaurig den Rücken herunter lief. Und als Lars lächelte, zeigte sich in der linken Wange ein süßes Grübchen, welches Martha auch besaß. Trotzdem. Es war kaum zu glauben!
Um das Gespräch am Laufen zu halten und nicht zu auffallend zu starren, fragte Bobby das Nächstbeste, das ihr einfiel: “Und wenn du der ältere der beiden Söhne bist, wie alt bist du dann?” Dumme Frage, dumme Frage, schallt sie sich. Er antwortete: “Ich bin dieses Jahr siebenundzwanzig geworden. Das war vielleicht eine Party! Da bist du aber leider zwei Monate zu spät auf den Gutshof gezogen.” Yep, dumme Frage. Sie hatte nicht wissen wollen, dass er damit ganze zwölf Jahre, mehr als ein Jahrzehnt jünger war als sie selbst. “Ach, ich werde nächstes Jahr vierzig, im Mai.”, platzte sie ungefragt heraus. Um die Grenzen abzuklären. Es stellte sich nur die Frage, für wen sie den Altersunterschied hervorheben wollte.
“Wie schön. Im Mai ist es hier traumhaft. Es wird dir gefallen. Wenn alles in voller Blüte steht, wirkt der Ort wie aus einer anderen Welt. Vielleicht hast du sogar mit dem Wetter Glück und kannst auch hier draußen feiern”, antwortete Lars schwärmerisch, ohne weiter auf ihr Alter einzugehen. Dann schob er nach: “Obwohl du in dem Haus wohl eh mehr als ausreichend Platz für Gäste hast. Selbst wenn du das halbe Dorf einlädst.”
Es entwickelte sich ein unkompliziertes Gespräch. Lars erzählte, dass er als Forstwirt für eine Naturschutzorganisation arbeitete, zur Datenerhebung. Dafür reiste er öfter quer durch die EU und war nur unregelmäßig zu Hause. Zuletzt hielt er sich in Griechenland auf, da dort durch die Brände im Sommer auch ein unter Naturschutz stehender Wald dem Feuer zum Opfer fiel. Lars erzählte so begeistert von seiner Arbeit, dass Bobby ihm ewig hätte zuhören können. Das seine auffallenden Augen sie dabei in seinen Bann zogen, war ein angenehmer Bonus.
Irgendwann fragte sie ihn: “Wieso bist du heute eigentlich hergekommen?“ Er schmunzelte: “Naja, mein Vater meinte, ich solle mal nach den Kübelpflanzen auf der Terrasse schauen. Er sei letztens hier gewesen und du hast sie wohl halb ertränkt.” Wieder spürte Bobby, wie sie rot wurde. “Upsi, hab ich die echt zu viel gegossen?” Sein leises, tiefes Lachen schien geradezu durch ihren gesamten Körper zu rollen und brachte ihren Bauch dazu, sich wohlig zusammenzuziehen. Was für eine nette Abwechslung zu den sonstigen Magenschmerzen. Dann erklärte er: “Bis jetzt regnete es diesen September zu genüge. Wenn diese Pflanzenart hier,” dabei zeigte er auf eine Blume mit riesigen, orangenen Blütenköpfen, “die Blätter hängen lässt, dann kannst du etwas nachhelfen. Falls nicht für den selben Tag noch Regen angekündigt ist”, fügte er den letzten Satz augenzwinkernd hinzu. “Aber es wäre nicht verkehrt, wenn du eh langsam einen Landschaftsgärtner fest einstellst. Saisonal kann man immer noch zusätzliche Hilfe holen. Doch wenn demnächst die ganzen Bäume ihre Blätter verlieren, wirst du nicht mehr hinterher kommen. Zusätzlich hast du ja auch noch das ungenutzte Weideland und den Forst. Mein Vater läuft zwar täglich alles ab und schaut nach dem Rechten, aber er braucht auf jeden Fall Unterstützung. Irgendetwas ist immer zu tun.” Nachdenklich drehte Bobby sich eine ihrer Locken um den Finger, während sie ihm zuhörte. Mit der Übernahme des Gutshofes kam natürlich eine Menge Verantwortung und bis jetzt hatte sie es erfolgreich geschafft, diesen Fakt zu verdrängen. Sie atmete schwer aus und nickte zustimmend: “Ja, es wird wohl Zeit, dass ich mich mit mehr als dem Haus und der Wiese auseinander setze. Ich meine, bis jetzt wohnte ich in einer Wohnung und das einzige lebende Grün befand sich in kleinen Töpfen. Das war doch recht überschaubar. Ich melde mich die Tage bei deinem Vater für eine Besprechung.” Aus seinem Gesicht las Bobby Erleichterung ab.
Dann zeigte er mit einer ausladenden Bewegung auf die Wiese vor ihnen und die 12 großen Holzkisten voller Blumenzwiebeln. „Apropos Wiese, was hat es damit auf sich?” “Naja”, druckste sie herum. Um es schnell hinter sich zu bringen, ratterte Bobby dann herunter: “Ich sah auf Pinterest ein kleines Video von einem super schönen Garten, in dem im Frühjahr alles gelb und weiß blühte. Ich glaube, hauptsächlich Narzissen, aber auch Krokusse. Also dachte ich mir, dass ich das auch möchte. Da ich aber, siehe Kübelblumen, keine große Ahnung vom Gärtnern habe, wollte ich vorerst nur ganz wenige bestellen. Um es zu testen. Naja, dabei muss ich mich irgendwie verklickt haben und bestellte statt einem Dutzend Zwiebeln, ein Dutzend Kisten. Ja, jetzt hab ich den Blumensalat.”
Lächelnd ließ er seinen Blick über die Grünfläche schweifen und sagte: “Weißt du, eigentlich war das hier die längste Zeit eine eher wilde Wiese. Voller summen und brummen im Sommer. Nur direkt um das Haus wurde der Rasen englisch kurz gehalten. Naja, und als hier eine super Pension entstand, musste natürlich ein super schicker Rasen für die Gäste her.” Dann begann er schallend zu lachen: “Hahaha, Bobby, du hast ja keine Ahnung, wie viel Geld für die Wiese hier ausgegeben wurde. Wenn das Nadja wüsste.” Verunsichert sah ich ihn an: “Hab ich großen Mist gebaut? Und wird mir die unbekannte Nadja Ärger machen?” Er schüttelte noch immer lachend den Kopf: “Nein, nein. Mach dir keine Sorgen. Narzissen sind keine wertvollen Pollen Lieferanten. Aber immer noch besser als dieser nichtssagende Rasen. Und Nadja”, er schien nach den richtigen Worten zu suchen, wobei sich sein Gesicht für einen Moment anspannte, “war die junge Frau, welche hier mit ihrem ehemaligen Partner alles umgestalten ließ. Spielt aber auch weiter keine Rolle.” Okay, da wollte jemand definitiv nicht über die Vorbesitzer sprechen. Allerdings hatte Bobby aus Gesprächen mit anderen Bewohnern aus dem Bachendorf gelernt, dass die Begeisterung für die beiden Vorbesitzer sich generell in Grenzen hielt. Was nicht automatisch bedeutete, dass man ihr mit weniger Skepsis begegnete. Wenn auch immer höflich und freundlich. Bobby dachte an Jonas ersten Kindergartentag. Um das Thema zu wechseln, erzählte sie Lars davon. “Stell dir vor. Am ersten Kindergartentag stand ich also mit Jonas im Flur. Er zog sich gerade die Hausschuhe an, als ein Mädchen zu uns kam und fragte, ob ich seine Mutter vom Gutshof sei. Dann sah sie mich mit ihren Kulleraugen an und fragte, wieso ich keinen Bademantel trug. Ihr Onkel erzählte ihr, ich laufe den ganzen Tag im Bademantel herum. Und gleich obendrauf fügte sie hinzu, ihre Mama sage, nur faule Menschen tragen Bademäntel. Das alles passierte lediglich, weil ich am super frühen Morgen des Apfel-Festes hier draußen gesehen wurde.” Lars amüsierte sich: “Ja, die Geschichte habe ich tatsächlich auch schon gehört. Stell dir meine Verwirrung vor, als du hier schluchzend auf dem Boden saßt und dann noch angezogen! Kein Bademantel weit und breit. Ohne deine roten Locken hätte ich dich von den Erzählungen her gar nicht erkannt.” Über den Tisch griff Bobby nach seinem Arm und sagte inbrünstig: “Wenn sich das auch noch herum spricht! Du musst mir Versprechen, niemandem von unserem Kennenlernen zu erzählen!” Lars legte seine warme Hand auf die ihrige und sah ihr ernst ins Gesicht: “Glaub mir, ich werde niemandem von unserer Begegnung erzählen.” Die humorvolle Stimmung, die bis jetzt zwischen ihnen herrschte, löste sich in Luft auf und eine Anspannung machte sich breit. Betreten zog Bobby ihre Hand zurück.
Sie nahm ihre Tasse, um zur Ablenkung einen Schluck zu trinken, bemerkte aber, dass sie bereits leer war. “Ich räume eben auf”, sagte sie und stellte das Geschirr wieder aufs Tablett. Lars fuhr sich mit der Hand durch das kurze Haar. “Hey”, sagte er schließlich, mit diesem warmen Unterton an sie gewandt. “Wie wäre es, wenn ich dir ein wenig beim Einpflanzen der Blumen helfe?” “Das wäre sehr lieb von dir”, antwortete Bobby ein wenig atemlos.
Während die beiden gut gelaunt die Knollen vergruben, sah Bobby aus der Ferne Senior Knudsen anstapfen. Wie immer wirkte er schlecht gelaunt. Direkt vor ihnen blieb er stehen. Wenn Bobby sich nicht täuschte, zuckte bei ihrer gewählt freundlichen Begrüßung sogar Herr Knudsens rechtes Auge zornig. Bobby war mit ihren ein Meter siebzig bestimmt nicht klein. Und ihre Statur auch nicht zart. Aber mit dem trainierten Mann neben sich auf dem Boden und dem grimmigen, bulligen vor ihr, bekam sie eine Ahnung davon, wie sich die zierlichen Frauen in ihren Liebesromanen fühlen mussten.
Für etwas mehr Autorität stand sie auf und streckte das Kinn leicht nach oben. Ohne sie weiter zu beachten knurrte Knudsen: “Junge, komm. Deine Mutter wartet.” Unbeirrt buddelte Lars die nächste Knolle ein und antwortete entspannt: “Ich esse dann später. Bobby bestellte versehentlich zu viele Frühblüher und ich helfe…” “Jetzt!”, bellte Knudsen. Nun zeigte sich die Verärgerung auch auf Lars‘ Gesicht. Betont gelassen stand er ebenfalls auf. Vater und Sohn schienen ein stummes Augenduell miteinander auszufechten, welches die unangenehme Gesamtstimmung steigerte. Bobby, die Streit nur schlecht aushielt, warf einen Blick auf ihre Armbanduhr und sagte in einem möglichst fröhlichen Ton: “Mensch, es ist aber auch schon spät. Jonas wird in einer halben Stunde aus der Kita heimgebracht. Wie praktisch, dass der Schulbus auch die Kindergartenkinder von Zuhause abholt und wieder bringt. Also in Berlin gibt es das eigentlich nur für Kinder mit Behinderungen. Soweit ich weiß. Also nicht, dass ich denke, dass die Kinder hier auf dem Land behindert wären.” Die Männer lösten die verkeilten Blicke voneinander und zwei intensive Augenpaare lagen nun auf ihr. Das eine erbost wie immer, das andere irritiert. Sie atmete einmal tief durch. “Also ich wollte nur sagen, wie praktisch das ist”, schob Bobby zerknirscht nach.
Stille.
“Ja, also danke für den unterhaltsamen Vormittag”, sagte Lars schließlich. “Hat mir echt Spaß gemacht. Vielleicht sieht man sich demnächst mal wieder. Also naja, hier läuft man sich sowieso über den Weg. Oder halt auf einem Fest dann. Viel Erfolg noch beim Einbuddeln der Knollen”, verabschiedete sich schließlich Lars von Bobby. Herr Knudsen nickte ihr nur knapp zu. Die beiden liefen in Richtung ihres eigenen Hauses davon. Peinlich berührt von dem merkwürdigen Ende des sonst doch so schönen Vormittags, sah Bobby den Männern noch nach. Kaum, dass sie außer Hörweite waren, sah sie Lars wild gestikulierend auf seinen Vater einreden. Zu gerne hätte sie gewusst, welches Problem Herr Knudsen mit ihr hatte, dass nicht mal sein erwachsener Sohn mit ihr Zeit verbringen durfte. Vielleicht würde sie sich irgendwann mal trauen, ihn darauf anzusprechen. Oder sonst halt Martha. Ja. Martha war definitiv die bessere Wahl.
In Gedanken versunken räumte Bobby die beiden Schaufeln und die Kisten zur Seite. Jonas würde ihr sicher auch gerne beim Buddeln ein wenig helfen. Aber jetzt brauchte Bobby erstmal dringend eine kalte Dusche. Oder noch besser, einen Sprung in den eiskalten See.
Gott, war Lars verboten heiß.

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